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Louise Farrenc: Nonett Es-Dur op. 38

Konzert III – Freitag, 29.09.2017, 20:00 Uhr, Theater in Kempten
Louise Farrenc (1804-1875): Nonett Es-Dur op. 38 für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass

Louise Farrenc (Foto: &copy Wikimedia public domain)Die in bescheidenen Verhältnissen in einer Pariser Künstlerkolonie aufgewachsene Louise Farrenc gehört zu den wenigen Komponistinnen des 19. Jahrhunderts, deren Schaffen den Weg in die Öffentlichkeit geschafft haben und bis heute einen bescheidenen Platz in den Repertoires besetzen. Dabei hat ihr geholfen, dass ihr Mann Aristide nicht nur ein aktiver Flötist, vielmehr auch ein rühriger Musikverleger war. Ihre solide pianistische Ausbildung bei so berühmten Lehrern wie Ignaz Moscheles und Johann Nepomuk Hummel verschaffte ihr am Pariser Conservatoire die europaweit erste Professur für Klavier; die bereits hochgelobten kompositorischen Qualitäten, deren Grundlagen sie im Privatunterricht bei Anton Reicha erworben hatte, und die von Kollegen wie auch Robert Schumann anerkannt waren (»… so sicher im Umriss, so verständig in der Ausführung, so fertig …«), ließen dennoch eine Berufung auf einen adäquaten Lehrstuhl für sie als Frau nicht zu.

Ein mutiger Rezensent bemerkte zu dieser Situation bereits 1857 in der Zeitschrift La France Musicale: »In Frankreich wird Madame Farrenc von denen, die sie kennen, geehrt und bewundert, aber die Masse hat ihrem Namen nie zugejubelt, denn als Frau ist sie folglich zu schwach, um sich durch die von den ›Starken‹ überfüllten Straßen einen Weg zu bahnen. Ihr begegnet dauernd nur Abwehr und halsstarrige Eifersucht … ein sträfliches Versäumnis, gegen das die aufgeklärte Kritik protestieren muss …«

Das Nonett op. 38 bezieht sich in Stil, Form und Besetzung auf die Wiener Klassik und behandelt mit sicherer Hand die jeweils eigenen Vorzüge des Bläserquintetts mit dem Quartett der Streicher. Dass das Werk von Beginn an einen großen Erfolg erringen konnte, muss in dem auf die vokalen Musikgattungen fixierten Paris verwundern. Die melodische Fülle und der über weite Strecken innige, romantische Charakter mögen dazu beigetragen haben wie auch die bravouröse Aufführung mit dem als Wunderkind gefeierten Joseph Joachim.

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