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Cécile Chaminade: Klaviertrio Nr. 2 a-Moll op. 34

Festivalauftakt – Sonntag, 24.09.2017, 19:00 Uhr, Theater in Kempten
Cécile Chaminade (1857-1944): Klaviertrio Nr. 2 a-Moll op. 34

Cécile ChaminadeAls musikalisches Wunderkind in ihrer Heimatstadt Paris aufgewachsen, kann Cécile Chaminade gut als Beispiel dafür dienen, wie musikalische Begabungen von Frauen kaum eine Chance hatten, die Aufmerksamkeit eines Publikums zu erreichen. Gegen den Willen ihres Vaters, der trotz großen Lobs des berühmten George Bizet (»mon petit Mozart«), dem sie bereits mit acht Jahren eigene Werke vorspielen konnte, ihre Ausbildung als Komponistin missbilligte, absolvierte sie ihre Studien im Verborgenen. Doch mit ihrem starken Durchsetzungswillen schaffte sie es mit ihrem ersten weithin beachteten Konzert als Pianistin eigener Werke in der Pariser Salle Pleyel, eine für eine Frau zu jener Zeit ungewöhnliche Karriere zu starten. Dass sich unter den mehr als 400 Kompositionen viele Salonstücke finden, manchmal ausgedehnte Piècen gefälligen Charakters, mit denen sie auf ihren Konzertreisen in ganz Europa Erfolge feiern konnte, hat lange Zeit ihren großformatigen Werken den Eingang in die Repertoires blockiert – eine Feststellung, die noch heute gilt. Einzig ein Flöten-Concertino, Wettbewerbsstück für das Pariser Conservatoire (das sie selbst nicht hatte besuchen dürfen), hat die Herzen des Publikums erobert.

Hört man das zweite Klaviertrio, das die 30-Jährige 1887 geschrieben hat, kann man die Ignoranz der Handbücher, die Cécile Chaminade mit ein paar Zeilen abtun oder gleich gar nicht kennen, nur noch als Skandal bezeichnen. Denn es handelt sich um ein kraftvoll auftretendes Stück, das die Legende, weibliche Musik sei per se harmloser als die ihrer männlichen Kontrahenten, in das Reich der Fabel verweist. Die Bemerkung des berühmten französischen Komponisten und Schriftstellers Ambroise Thomas zu Chaminades Klavierkonzert gilt auch hier: »Dies ist keine komponierende Frau, sondern ein Komponist, der eine Frau ist.«

Dazu der Pianist des Atos Trios, das mit diesem Werk immer wieder ungläubiges Staunen hervorruft:
»Französische Musik. Sofort drängen sich Stereotypen auf, denkt man an duftig hingetupfte Schönklänge, Pastellfarben, elegante Blutarmut. Doch schon Cécile Chaminades Trio Nr. 2 kümmert sich nicht um diese Voreingenommenheiten. Diese Musik ist heißblütig, passioniert, mit vollgriffigem, saftigem Klavier-part, der einem Brahms alle Freude bereitet hätte.

Das Lento ist einer meiner Favoriten – eine Märchenerzählung aus 1001 Nacht, beseelt, wunderschön!« Und der Cellist » … möchte kaum vermuten, dass hinter dem temperamentvollen Trio von Cécile Chaminade eine junge Dame steckt, die sich – so ist es kolportiert – gerne herausputzte mit Boas aus Straußenfedern. Dieser Hang zum Effekt und großen Auftritt findet sich im Trio wieder. ›Und das soll eine Frau geschrieben haben?‹ erstaunte sich ein Freund von mir, der das Werk im Konzert  hörte.«

Cécile Chaminade in Wikipedia

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