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Francesco Paolo Neglia: Bagattella op. 24

Konzert III – Freitag, 28.09.2018, 20:00 Uhr, Theater in Kempten
Francesco Paolo Neglia (1874-1932): »Bagattella« op. 24 für Flöte, Horn, Violine und Klavier

Francesco Paolo Neglia (Foto: IMSLP, CC BY-SA 4.0)Der Komponist, Dirigent und Italienischlehrer Francesco Paolo Neglia aus dem sizilianischen Enna studierte in Palermo, war ab 1893 Organist der Kathedrale von Enna und lebte von 1901 bis zum Kriegsausbruch 1914 als Leiter des Orchesters der Hamburger Musikfreunde und Gründer des »Neglia Konservatoriums« in der Hansestadt, wo er nicht nur als Pädagoge, sondern auch als spätromantischer Komponist von Symphonien und anderen Orchesterwerken wie »Drei Bilder venezianischen Lebens« sehr beliebt war. Sein privates Glück fand er mit einer Hamburgerin. In seiner Heimat wurde er nach seiner Rückkehr angefeindet, weil er als Verräter seiner Nation galt. Seine Frau wurde als Spionin denunziert und auch die drei in Deutschland geborenen Kinder hatten kein leichtes Leben. Dank seiner Beziehung zur Geistlichkeit konnte er zwar sein Leben als Kapellmeister der Dommusik fristen, doch bald übersiedelte er samt Familie in den Norden, nach Legnano in die Lombardei. Dort kam er als Grundschullehrer unter und erwarb sich schnell einen Ruf als bedeutender Musikpädagoge. Er war ein Pionier des Musikunterrichts in der Schule, der eigenartigerweise in Italien nicht üblich und bis heute problematisch ist. Wiederum rief er ein Lyzeum, diesmal unter dem Namen Verdis, ins Leben. Neglia komponierte in seiner Wahlheimat zwei immer noch unaufgeführte Opern und schöne, melodienselige Kammermusik. Er starb hoch geachtet in Intra am Lago Maggiore.

»Bagattella« op. 24 für Flöte, Horn, Violine und Klavier

Die meisten der Werke Neglias sind undatierbar. Die »Bagattella« für Flöte, Horn, Violine und Klavier dürfte, nach der Opuszahl zu schließen, um 1900 entstanden sein. Gedruckt wurde das zum Besten der oft unterschätzten Salonmusik gehörende Stück, ein munteres Allegretto con brio, erst 1946 in Florenz.

Gottfried Franz Kasparek

 

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