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Giovanni Bolzoni: Un corno inopportuno op. 120

Konzert II – Donnerstag, 27.09.2018, 20:00 Uhr, Theater in Kempten
Giovanni Bolzoni (1841-1919): »Un corno inopportuno« op. 120 für Horn und Streichquintett

Der zu Lebzeiten erfolgreiche Geiger, Dirigent und Kompositionslehrer aus Parma zählt zu jenen Tondichtern, die von der Nachwelt vor allem mit einem einzigen Werk identifiziert werden. Im Falle Giovanni Bolzonis ist es noch dazu lediglich ein kurzes, hübsches, von Arturo Toscanini als Zugabe geliebtes Menuett für Streichorchester, das ins Repertoire der europäischen Salonensembles und der amerikanischen »Pop Orchestras« eingegangen ist. Es entstammt einer untergegangenen Oper, »Il matrimonio civile« (Parma 1870). Doch schon die hohe Opuszahl des diesmal gewählten Werks für Horn und Streichquartett verrät, dass da ein beachtliches Œuvre zu entdecken wäre. Wenige Opern, dafür viel Kammermusik hat der spätere Direktor des Konservatoriums von Turin und Lehrer Edgard Vareses hinterlassen.

»Un corno inopportuno« op. 120 für Horn und Streichquintett

Das Sextett für Horn und Streichquintett »Un corno inopportuno« ist neoklassisch und in der alten Tanzform der Gavotte konzipiert. Eine Art »Leitmotiv« durchzieht das aparte und unterhaltsame Stück, welches 1907 bei Ricordi im Druck erschien, lange vergriffen war und erst 2014 von Claudio Paradiso neu herausgegeben wurde. Die spezielle Rolle, die dem Horn in diesem munteren Allegro vivo die längste Zeit zukommt, sei hier nicht verraten. Die Übersetzung des Adjektivs »inopportuno« ins Deutsche lautet jedenfalls »ungelegen«.

Gottfried Franz Kasparek

 

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