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Matilde Capuis: Due movimenti

Konzert III – Freitag, 28.09.2018, 20:00 Uhr, Theater in Kempten
Matilde Capuis (1913-2017): »Due movimenti« (1997) für Oboe und Klavier

Bereits in der Renaissance und im Barock gab es in Italien bedeutende Komponistinnen, die meist geistlichen Standes oder Mitglieder von Künstlerfamilien waren. In der Klassik und Romantik sind komponierende Frauen im Land der Oper allerdings kaum zu finden. Zu den Pionierinnen in der Moderne gehört die Neapolitanerin Matilde Capuis, die schon als Kind mit ihrer Begabung Aufsehen erregte, in Florenz und Venedig Geige, Orgel und Klavier sowie in Siena Komposition studierte. In ihrem langen Leben wurde sie mit vielen Preisen bedacht, doch erklangen ihre Werke nur selten in der Öffentlichkeit. Von 1969 bis 1983 unterrichtete sie Komposition am Giuseppe Verdi-Konservatorium in Turin. Ihre Werkliste reicht vom großen Oratorium »Il Pianto della Madonna« über viele Stücke für Streicher bis zu einem beachtlichen Liedschaffen. Matilde Capius, deren Fotos damenhafte Erscheinung ausstrahlen, blieb als Komponistin und Lehrerin bis ins höchste Alter aktiv und starb am 31. Jänner 2017, 30 Tage nach ihrem 104. Geburtstag, in Turin.

»Due movimenti« (1997) für Oboe und Klavier

Die »Due movimenti per Oboe e pianoforte«, das Werk einer 84-Jährigen, zeigen eine einfallsreiche Musiksprache, die der »tonalen Moderne« und einer eleganten Neoromantik verpflichtet ist. »Calmo e pensoso« (Ruhig und nachdenklich) ist das erste Stück betitelt, als »A Capriccio« das zweite. Virtuose Läufe und gesangliche Abschnitte wechseln einander wirkungsvoll ab. Eigentlich könnte man über diese Musik sagen, was Verdi einst über Puccini gemeint hat. Sie hat »Melodie, und die ist weder alt noch neu«.

Gottfried Franz Kasparek

 

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